Die Festung von Gavi
 

Die strategische Lage des Hügels über dem heutigen Städtchen Gavi wurde vielleicht bereits in prehistorischer Zeit und zur Zeit der Römer genutzt. In nur
10 km Distanz lag damals die florierende römische Stadt Libarna. Einem wichtigen Etappenort längs der Konsularstrasse „Via Postumia“, welche von Genua nach Aquileia führte.
Ein Besuch der gut erhaltenen Ausgrabungen von Libarna und der Konsularstrasse
lohnt sich.

Die ersten Dokumente
Eine Burg Gavi wurde erstmals im Jahre 973 erwähnt. Ein kaiserliches „Diplom“
mit dem Datum vom 30. Mai 1191 wurde von Heinrich IV, Sohn von Kaiser Barbarossa unterzeichnet. Es besiegelt die Übergabe von Burg und Städtchen als Lehen an die Republik Genua. Die Hafenstadt blieb bis im Jahre 1418 Herr über
den wichtigen Vorposten, als kriegerische Ereignisse den ganzen Besitzerwechsel erzwangen: über viele Jahrzehnte gab das starke Mailänder Geschlecht der Visconti den Ton an. Das Wappen der Visconti, mit der Schlange im Mittelpunkt, findet sich in Stein gehauen vor dem Aufgang zur alten Burg inmitten der Festung.
Es folgten weitere Handwechsel in welchen auch die Mailänder Sforza Burg und Städtchen übernahmen.
Endlich kehrte Gavi –Burg und Stadt- am 14. November 1528 wieder zur Republik Genua zurück. „Mille luoghi“ (1000 luoghi, die damalige Währung) wurde dafür bezahlt.
Bis zum Ende der Napoletanischen Zeitepoche, 1815, blieb Gavi unter der weissen Flagge mit dem feinem roten Kreuz der Herren von Genua.

Von der mittelalterlichen Burg zur damaligen modernen Festung des XIX Jahrhunderts
Die fortwährende Verbesserung der Waffentechnik verlangte ein Aufrüsten der Anlage in verschiedenen Etappen:
-bereits 1540 erfolgte ein Ausbau der alten Burg mit zusätzlichen Mauerwerken
-im Jahre 1629 wurden die Planung und der neuerliche Ausbau dem bekannten Domenikaner-Paten Vicenzo da Fiorenzola (bürgerlicher Name Gaspare Maculana)
übergeben. Der Zeitgenosse des grossen Festungsbauers Vauban „ertüchtigte“ die
Burg mit allen erdenklichen Bastionen. Der Ausbau bis zur französischen Revolution ruhte nicht. Er wurde von einer Reihe namhafter Festungsingenieuren fortgeführt: unter ihnen auch der bekannte Tessiner Ingenieur Pietro Morettini.
Nach 1815 lösten Piemontesische Truppen die Garnison der Genuesen ab.
Die Festung blieb aber nach wie vor im kampfbereiten Zustand mit voller Bewaffnung.

Als nach dem Frieden von Zürich (10. November 1859) die Vereinigung des neuen Königsreichs Italien begann, wurde die Truppen abgezogen und das „Forte di Gavi“
in eine Strafanstalt umgebaut.

Im ersten Weltkrieg wurden kriegsgefangene oesterreich-ungarische und deutsche Soldaten und Offiziere einquartiert. 25 Jahre später, nach dem Einmarsch der Deutschen Truppen im September 1943, kehrte sich das Blatt und nun waren es Deutsche Soldaten welche eingekerkerte italienische Partisanen und gefangene allierte Wehrmänner bewachen mussten.
Der Spuck endete 1945 und bereits zwei Jahre später wurde die Festung der
„Soprintendenza per i beni Ambientali e Architettonici“ übergeben. Es folgten Jahre
des Dornröschenschlafes und Jahre der Restauration:
heute ist ein grosser Teil der Festung mustergültig renoviert.

Die 2007 gegründet Vereinigung „Amici del Forte di Gavi“ arbeitet mit der „Sopraintendenza“ daran, dem „Forte“ neues Leben einzuhauchen. Möglichst viele
Besucher aus Nah und Fern sollen die Geschichte und die Gegenwart des ausserordentlichen Bauwerkes und seiner Umgebung kennen lernen.

 

 
 
Primo Piano
Contributi per la Storia
del Forte di Gavi
Andrea Scotto
 
"Padre Vincenzo da Fiorenzuola e la progettazione del Forte di Gavi". (agosto 1625 – marzo 1626)
  Documento in Pdf  
Animazione Power Point
 
 
 
 
   

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